„LÖWEN RETTEN LEBEN“

„LÖWEN RETTEN LEBEN“

Am Bildungszentrum Niedernhall macht Wiederbelebung Schule

Jährlich sterben in Deutschland durchschnittlich 100.000 Menschen an einem plötzlichen Herztod. Bereits drei Minuten nach einem Herzstillstand wird das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt – es treten unwiderrufliche Schäden auf. Bis der Rettungsdienst eintrifft, dauert es meist acht bis zwölf Minuten und im Einzelfall auch deutlich länger. Ein Beginn der Wiederbelebung durch Laien verbessert die Überlebensrate um das Zwei- bis Dreifache. Viele könnten also noch leben, wenn Ersthelfer bis zum Eintreffen des Notarztes eine Herzdruckmassage durchgeführt hätten.

Die Lehrkräfte Sonja Burkert und Diana Münch des Bildungszentrums Niedernhall haben sich darin fortbilden lassen, wie man Schülerinnen und Schülern die lebensrettende Herzdruckmassage weitervermittelt und haben nun auch am Bildungszentrum das Projekt „Löwen retten Leben“ gestartet, das von den Rhein-Neckar-Löwen und dem DRK unterstützt wird.

Das Ziel der Initiative ist es, die Überlebenswahrscheinlichkeit durch die Integration von Wiederbelebung im Unterricht zu steigern. Dies geschieht durch ein integriertes und strukturiertes Schulprogramm zur Wiederbelebung mit abgestimmten Lehrmitteln, Videoinstruktionen, Trainings und Übungsmodellen.

Im ersten Durchgang wurden alle Schüler der Klassen 9 in einem zweistündigen Programm geschult. Dazu gab es 15 Übungsphantome und Materialien der Initiative. An den Übungsphantomen konnten die Jugendlichen die Laienreanimation üben und wiederholen. Zuvor bekamen sie theoretisches Wissen vermittelt: Was sind die Haupttodesursachen? Die Funktion des Kreislaufs und das Erkennen des Kreislaufstillstandes, waren ebenso Inhalte, wie die Praxis vom Auffinden einer Person bis zum Eintreffen des Notarztes.

Die lebensrettende Devise lautet für alle Schüler nun: „Prüfen. Rufen. Drücken!“. Prüfen, ob die Person noch atmet. Rufen: Unter der europaweit gültigen Notrufnummer 112 den Rettungsdienst rufen. Drücken: Fest und mindestens 100 Mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs drücken und nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft.

Ein besonderes Aha-Erlebnis für die Schüler war die musikalische Begleitung des Trainings, ob Pokerface von Lady Gaga oder Staying alive von den Bee Gees. Wer im Takt eines Disco-Beats reanimiert, hat den lebensrettenden Rhythmus einfach drauf. „Denn Reanimation ist einfach – Jeder von uns kann ein Leben retten!“, fasst Frau Münch zusammen. Ziel ist es, das Projekt als festen Unterrichtsbaustein in allen Klassen zu integrieren.