SCHÖNE ERINNERUNGEN AN DIE SCHULZEIT

SCHÖNE ERINNERUNGEN AN DIE SCHULZEIT

Wie war Schule eigentlich früher?

Waren Schülerinnen und Schüler braver? Wurden damals mehr Hausaufgaben aufgegeben? Gab es dieselben Unterrichtsfächer wie heute? Und überhaupt, wie hat sich das Bildungszentrum im Laufe der Jahrzehnte verändert?
Diese und viele weitere Fragen sollen hier in nächster Zeit in einer Serie von Berichten beantwortet werden. Im Rahmen eines Projektes unter der Leitung der Klassen- und Deutschlehrerin Frau Kuhr interviewten Schülerinnen und Schüler der Klasse R8a ehemalige SchülerInnen und Lehrer über ihre Schulzeit am BZN. Sie wollten dabei herausfinden, was sich gegenüber früher geändert hat bzw. was heute noch immer so ist. Herausgekommen sind dabei interessante Berichte über mehr als 60 Jahre Schulgeschichte des Bildungszentrums Niedernhall. Viel Spaß bei der Lektüre!

Der erste Bericht wurde von Vilte, Lea Gabriel und Leon verfasst. Sie hatten die Gelegenheit, im Rathaus bei Herrn Rüdenauer und Bürgermeister Achim Beck interessante Informatioen über die allgemeine Entwicklung der Schule in Niedernhall zu erfahren:

Rathaus 1

Das BZN – eine „Never ending story “

Wisst ihr, wann unsere Schule gebaut wurde? Wie hat sie sich entwickelt?  Gab es dramatische Ereignisse? Was kommt Neues? In Gesprächen  mit Herrn Bürgermeister Beck und Herrn Rüdenauer im Rathaus bekamen wir interessante Informationen zur  Schule in Niedernhall.
 

Schulen in Niedernhall gab es schon lange. Schon im Jahr 1490 hat Götz von Berlichingen die Schule in Niedernhall besucht. Zur damaligen Zeit fand der Unterricht im alten Schulhaus am Kirchplatz statt. In dem Gebäude ist heute u.a. die Polizei untergebracht.
1953 wurde dann die damals neue Grundschule eingeweiht. Neben der Schule war noch ein Wohngebäude, in dem der Rektor gewohnt hat. Die erste weiterführende Schule war in Niedernhall die Hauptschule. Deshalb wurden  1969 der heutige Bau 1 und der Pavillon gebaut.
1974 kamen Bau 2 und  die Sporthalle dazu. Niedernhall war die erste Gemeinde mit dreifacher Sporthalle! Damals waren die Kinderzahlen höher als heute. In den 50-er/60-er/70-er Jahren gab es  über 900 Schüler in der Schule. Jetzt besuchen ca. 500-600 Schüler das Bildungszentrum.
Ab 2008/2009 hat sich Schule stark verändert. So hat sich z.B. die Vormittagsschule zu einer Ganztagsschule entwickelt. Ein wichtiger Neubau ist 2012 gekommen – die Mensa. Sie hat ca. 1,8 Millionen Euro gekostet.
Das nächste große Projekt ist eine neue Grundschule. Mit dem Bau wird vielleicht in diesem  Jahr im Herbst begonnen. Sie ist ziemlich teuer:  Acht Klassenzimmer kosten ca. 7-8 Millionen Euro!  Der Bau 1 hat schon neue Tische und Stühle bekommen und Bau 2 bekommt sie jetzt nach und nach auch.
Im Dezember 1993 und April 1994 gab es heftige Unwetter mit Überschwemmungen. Das gesamte Schulgelände stand damals unter Wasser. Zu der Zeit war im Untergeschoss von Bau 1 noch die Bücherei. Deswegen sind über 5000/6000 Bücher in Wasser und Öl geschwommen. Jetzt befindet sich die Bücherei im Pavillon. Auch in der Schulküche war alles zerstört. Ein weiterer Vorfall war im Jahre 2016: Am 29./30. Mai traf ein Sturm mit Starkregen auch die Schule.
Also für die Schule gab und gibt die Gemeinde Niedernhall sehr viel Geld aus, z.B. für die neuen Chemie- und Physikräume. Auch die Computerausstattung muss immer wieder erneuert werden. Schule ist daher wirklich eine „ Never ending story“!

Vielen Dank an Herrn Rüdenauer und Herrn Beck, dass sie sich Zeit für uns genommen haben.

Der nächste Bericht geht zurück in die fünfziger Jahre. Herr Lutz war von 1956 bis 1965 Schüler am BZN, das zu dieser Zeit noch Volksschule hieß. Das Interview führten Maja, Sarah, Kili und Marco.

Lutz

Jede Woche Klassenarbeiten!

Als erstes stellten wir fest, dass sich die Unterrichtszeiten fast nicht verändert haben, auch Mittagsschule gab es damals. Früher hatten die Schüler keine Gruppenarbeit, sie haben also nie in Teams gearbeitet. Könnt ihr euch vorstellen, dass sie nie mit anderen Schülern als mit dem Nebensitzer reden konnten?
Es wurden viele Klassenarbeiten und Tests geschrieben. Jede Woche haben sie mindestens zwei Arbeiten geschrieben. Denkt mal nach, wie die lernen mussten! Die Lehrer waren unterschiedlich streng. Herr Lutz erzählte, dass es auch einen Lehrer gab, der gleich beim Reinkommen das große Einmaleins abgefragt hat.  Mit zwei Seiten Hausaufgaben musste man damals schon rechnen. In einer Klasse hatten sie früher 20 bis 25 Schüler. Den Kontakt haben die ehemaligen Schüler auf jeden Fall noch gut gehalten und deshalb machen sie alle fünf Jahre ein Klassentreffen.
Es gab kein Schullandheim und nur einen Ausflug im Jahr. Könnt ihr euch das vorstellen?
Aber trotzdem hatte die Klasse ein gutes Verhältnis untereinander. Es gab hitzefrei, heute gibt es das ja nicht mehr. Früher konnte man die Kinder ohne Sorgen heimschicken und heute muss man erst einen Elternbrief zuhause abgeben lassen.
Schlechte Noten wurden früher eher zögernd gezeigt, weil das Ärger gegeben hat. Zeigt ihr eure Arbeiten immer sofort, nachdem ihr sie bekommen habt oder lasst ihr eure Eltern warten?
Die Gebäude haben sich extrem verändert. Es gab zu der Zeit nur den Pavillon und wenn man sich mal alte Bilder anschaut, sieht man, dass dort, wo die Schule heute steht, nur Gras war. Es wurde auf jeden Fall alles neuer und moderner.
Die Abschlussstreiche waren früher nicht so ausgeprägt wie heute, aber es gab sie trotzdem. In der Schulzeit von Herr Lutz gab es samstags noch keine Schule. Das wäre echt schlimm, würden wir samstags noch zur Schule gehen. Man könnt dann viel weniger mit seinen Freunden unternehmen.
Es gab keine Discos und Mottotage und kein Verkleiden in der Schule, das war bestimmt langweilig. Es gab auch keine AG´s oder Lernzeit, also haben sie nur normalen Unterricht gehabt. Und ob ihr es glaubt oder nicht, die damaligen Schüler hatten zwischendurch auch mal keine Lust auf Schule!

Danke an Herrn Lutz, dass er sich Zeit für uns genommen hat.

Herr Dörfler war unser ältester Interviewpartner.  Er war von 1972 – 1987 Lehrer am Bildungszentrum. Gesprächspartner und Verfasser waren Nils, Hannes, Tommy und Jonah.

Dörfler

38 Schüler in der Klasse!

Herr Dörfler unterrichtete Mathe und Chemie. Später kamen auch Erdkunde, Biologie, Geschichte und Bildende Kunst dazu.
Man gab damals jeden Tag Hausaufgaben auf, außer wenn die SchülerInnen  zum Beispiel an einem Tag Mathe hatten und Nachmittagsschule und am nächsten Tag wieder Mathe, dann natürlich nicht.
Seine Schüler waren insgesamt nett, aber es gab auch ein paar „Störenfriede“. Die Klassen hatten damals im Durchschnitt 36 bis 38 Schüler!
Die Schüler haben sich untereinander gut verstanden, auch das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern war meistens problemlos.
Wenn die Schüler etwas angestellt hatten, bekamen sie z.B. Strafarbeiten oder sie mussten nachsitzen, genauso wie heute. Die Schulstunden waren auch 45 Minuten lang, aber am Samstag dauerten sie 60 Minuten.
Früher wurden  z.B. in Mathe acht Klassenarbeiten im Schuljahr geschrieben, später waren es sechs. Spickzettel gab es damals natürlich auch.
Als Herr Dörfler 1973 an die Schule kam und als Lehrer anfing, war nur Bau 1 und die Grundschule gebaut. 1974 kam Bau 2 dazu. Früher waren zwei Schulbäcker vorhanden, einer im Bau 2 und einer im  Bau 1.
Es gab auch AGs, z.B. die Sport-AG und die Chor-AG, aber noch keine Motto-Tage oder Discos.
Streiche wurden auch gemacht. Einmal war sein Auto mit Klopapier eingewickelt! Manche Streiche haben ihn aber nach einer Weile auch genervt.
Hitzefrei war, wenn es morgens um 11 Uhr 28°C hatte. Schade, dass das heute nicht mehr so ist!

Dank an Herrn Dörfler, dass er sich für das Interview zur Verfügung gestellt hat.

Herr Steinemann war von 1979  bis 1989  Schüler am BZN. Chantal, Lisa, Dean und Nick haben ihn nach seinen Erinnerungen an seine Schulzeit gefragt.

 Steinemann 1

Schöne Erinnerungen an die Schulzeit

Herr Steinemann berichtete uns, dass die Lehrer früher strenger waren.  Manchmal waren sie aber auch zu locker. Damals gab es in der Hauptschule weniger Hausaufgaben als heutzutage in der Realschule und der Lernstoff war einfacher. Der Unterricht dauerte wie heute 45 min.
Er musste in seiner Schulzeit samstags zur Schule gehen, was bei uns heute zum Glück nicht mehr der Fall ist. Und zusätzlich hatten sie auch noch dienstags und donnerstags Mittagsschule. Es gab früher deutlich mehr hitzefrei als heute. Die Schüler haben mit Feuerzeugen sogar versucht, die Temperatur am Thermometer höhersteigen zu lassen, damit der Unterricht ausfiel.
Sie haben früher pro Fach 2-3 Arbeiten im Jahr geschrieben. Dabei benutzten sie auch manchmal Spickzettel, z.B. haben sie auf die Hand geschrieben oder einen Zettel unter das Heft gelegt. Dabei wurden sie auch manchmal erwischt, als Strafe mussten sie dann Nachsitzen oder Strafarbeiten schreiben.
Es kam damals leider auch manchmal zu Mobbing unter den Schülern. Das Verhältnis zwischen Lehrern und Klasse war aber meistens sehr gut. Herr Steinemann hat heute noch teilweise ein gutes Verhältnis zu seinen ehemaligen Klassenkameraden
Es gab auch Zeiten, in denen Herr Steinemann die Schule nicht gefallen hat, z.B. wenn er eine schlechte Note geschrieben hatte oder es Lehrer gab, die nicht so nett waren. Highlights waren die Schuldiscos, an die er gerne zurückdenkt.
Er passierten auch an weniger schöne Vorfälle im Unterricht, z.B. als ein Schüler sehr impulsiv wurde und rausgeschmissen wurde. Gut erinnert er sich noch an einen Unfall: Er war von einem anderen Schüler gehänselt worden und hat ihm mit einem Judo-Griff gepackt. Aber so, dass der andere unglücklich gefallen ist und ins Krankenhaus kam, weil er am Kinn genäht werden musste.
Außer der Mensa hat sich an den Gebäuden nicht so viel verändert. Blockwochen und Starkmacherprojekte gab es damals noch nicht. Hr. Steinemann und seine Klasse waren auch im Landschulheim, in den Bergen im Kleinen Walsertal in Österreich.
Insgesamt hat Herr Steinemann schöne Erinnerungen an seine Schulzeit am BZN.

Wir danken ihm, dass er sich Zeit für uns genommen hat. Übrigens, wer findet ihn auf dem Klassenfoto von damals wieder?

Steinemann 2

Nächste Woche geht´s in unserer Serie “BZN – früher und heute” mit einem Bericht einer ehemaligen Lehrerin weiter.