„IM WESTEN NICHTS NEUES“ AM BZN

„IM WESTEN NICHTS NEUES“ AM BZN

Der ohrenbetäubende Lärm eines Artillerieangriffs überfällt die Schülerinnen und Schülern. Geschosse pfeifen ihnen scheinbar um die Ohren. Im Hintergrund sieht man auf einer Videoleinwand den Stacheldrahtverhau eines Schützengrabens, auf der Bühne ein nachgebildeter Unterstand an der Front. Dann erscheint ein Soldat in WK 1-Uniform und rezitiert aus einem Buch.

Mit sinnlich-drastischen Effekten führte das Ensemble des Tourneetheaters Hamburg in ihre Bühnenadaption von Erich Maria Remarque Bestseller im „Im Westen nichts Neues“ ein. Lesungen aus dem Buch, Einspielungen dokumentarischen Filmmaterials, Auszüge aus Briefen aus der Heimat und Spielszenen zeigten in diesen 70 Minuten in der Stadthalle Niedernhall ein Kaleidoskop des 1. Weltkrieges in seiner ganzen Grausamkeit. Im Gegensatz dazu symbolisierten eine anheimelnd wirkende Stehlampe auf der Bühne und Grammophonmusik aus der damaligen Zeit die heile Welt des Friedens, die unwiederbringlich verloren zu sein schien.

In ihrer Multimedia-Performance versuchte das dreiköpfige Ensemble den Schülerinnen und Schüler der Klasse 8, 9 und 10 des Bildungszentrums Niedernhall und der Freie Schule Anne-Sophie die Schrecken des 1. Weltkrieges nahezubringen, wobei die Film- und Bildeinspielungen auch aktueller Kriegsschauplätze die leider immer zeitlose Thematik zeigen sollten.

Den Schülerinnen und Schülern blieb nach dieser Aufführung sicherlich der verheerende Eindruck der „Urkatastrophe des 20 Jahrhunderts“ haften und machte Lust,  Remarques Buch einmal zur Hand zu nehmen.